Dienstag, 21. Juni 2016
Warum ich trainiere
Nun, falls diese Frage im Titel mal aufkommen sollte, in welchem Zusammenhang auch immer, ob mit Gleichgültig gefragt oder mit Leidenschaft an mich herangetragen, würde ich mich zu einer Antwort hinreißen, zu der ich mir im Vorfeld natürlich umfassende Gedanken angelegt habe. Die Frage also, aus welchen Gründen ich mich dazu entschieden habe zu trainieren. Gleich vorweg: Training definiere ich in meinem Falle damit, dass ich mehrmals die Woche ein Etablissement aufsuche, in dem Geräte stehen, die dazu in der Lage sind, dem (Be-)Nutzer, sofern dieser in der Lage ist, eine verrückt hohe Summe für eine Mitgliedschaft freizugeben, die Muskelpartien in seinem (oder ihrem) Körper im Volumen anzupassen. Hierbei sind natürlich der Vielfalt an Möglichkeiten fast keine Grenzen gesetzt. Man kann sich definieren, aufbauen, umbauen oder einfach nur den Leuten verträumt zugucken, wie sie versuchen, ähnlich der Gebärde eines Neugebohrenen akustisch vernehmlich die eigenen Körperteile optisch entsprechend schöner zu gestalten. Dass dieser Prozess nicht innerhalb eines Tages abgeschlossen ist, zeigt eine nicht durchgeführte Studie, die Menschen nicht gefragt hat, wie lange sie sich so in ihrem Leben solch unmenschlichen Qualen freiwillig aussetzen. Aber sei es drum, ich zähle mich feierlich zu der Gruppe Mensch, die Optimierungs- und Verbesserungspotential an ihrem Körper vernommen, akzeptiert, untersucht und für ausbaufähig befunden haben. Nun sehe ich mich also in einer dieser wöchentlichen Talkshows sitzen, werde von einer abstrus gekleideten Talkmasterin nett aber vernehmlich gefragt, warum ich mich dazu entschieden habe, meinen Körper optisch ansprechender in der Welt platzieren zu wollen. Wie andere das halt auch machen. Ich würde dieser Dame im Anschluss sogleich entgegnen, dass ich sehr intensiv diese Frage mit mir selbst diskutiert habe. Letztlich bin ich zu einem Ergebnis gekommen. Hoch erfreut hat mich das, das können Sie als Leser glauben. Kommen wir also zu der Frage, warum ich trainiere. Nun, ich habe mir ein neues Ziel im Leben gesetzt. Dieses Ziel ist zwar nicht unbedingt im Einklang mit anderen Zielen, die ich noch so zu verfolgen pflege, aber jenes obliegt meiner eigenen Entscheidung, nicht geistig, sondern körperlich mein Dasein auf diesem schicken Planeten zu verschönern. Ich verbringe also meine Zeit auf Erden damit, zu bestimmten Situationen, die da so im Leben auftauchen, eine passende Antwort parat zu haben. Stellen Sie sich nun mal folgende, nicht ganz abwegige Situation vor: Sie schaffen es, sich in einer Position zu befinden, bei der Sie Gebrauch von Ihren Muskeln machen müssen. Es geht nicht anders. Es könnte zum Beispiel vorkommen, dass sich vor Ihnen eine Kiste befindet, die doch nun wirklich ziemlich schwer ist. Falls ich also diese schwere Kiste, die zudem mit ganzen vielen Dildos gefüllt ist, hochheben sollte, dann würde ich mich doch leichter tun, hätte ich mehr Muskeln zur Verfügung, die mir beim Hebeprozess Unterstützung leisten könnten. Damit nicht genug: Ich hätte Zeit gespart und käme nicht außer Atem, da ich die Kiste mit Dildos eben schneller heben könnte und dem Transpirationsprozess wären auch Grenzen gesetzt. Man würde Feste feiern. Man würde einen neuen Feiertag ausrufen. Man täte gut daran, dieses Phänomen in den Geschichtsbüchern niederzuschreiben! Man würde all die Dinge für mich tun, ob der Freude, dass da nun endlich einer ist, der sich selbst dazu befähigt hat, seine Freizeit zu opfern, trainieren zu gehen, um nun endlich schwere Kisten mit Dildos hoch- und wegheben zu können. Man würde mich nicht anschauen, als stünde ich neben einer Kameltränke mit einem Tigerkostüm, das Kamel während der Wasseraufnahme grotesk kämmend, sondern ich würde Blicke ernten voll tosender Bewunderung, schmerzvollem Neid und augenblicklicher Ekstase. Und dafür tue ich das, meine sehr verehrten Damen, Herren und afroamerikanischen Radieschendompteure, nur für euch. Damit ihr wieder des Weges flanieren könnt, frohen Mutes und ohne Beschwerden oder Kummer, dass da schwere Kisten mit fraglichem Inhalt den Weg kreuzen. Ich könnte sie nun quickfidel entfernen. Naturschutz pur, mein sehr geehrter Gesangsverein. Ich würde mich sodann erheben, die Talkrunde mit erhobenem Haupt verlassen, um aber im Vorbeigehen nicht die Möglichkeit auszulassen, meine neu angesetzten Muskeln dem Stuntman und Double von Jürgen König unter die Nase zu reiben. Chapó!
Donnerstag, 23. Juli 2015
Andacht.
Die beiden gehen die Straße entlang. Links und rechts säumen Bäume den Weg. Die Blätter sind schon verfärbt. Liegen auf dem Boden und bilden ein buntes Gemisch aus Farben. Rutschig sind sie. Wer da nicht aufpasst, könnte den Halt verlieren. Sie rascheln leicht. Die Schuhe gleiten über sie hinweg. Schwach leuchten die Sonnenstrahlen durch die Baumkrohne. Tunken die Umwelt in ein rötlich-gelbes Licht. Man hört es summen. Irgendwo da in der Winzigkeit der Dinge pulsiert noch das Leben.
Man genießt den Ausblick auf die Vollendung des Jahres. Lässt die Geschehnisse nochmal Revue passieren. Sie laufen ab wie ein Film voller Eindrücke. Bilden sich neu, verformen sich, tanzen mit Gedanken den Walzer der Erinnerungen. Höhen und Tiefen dominieren die Reminiszenz. Der Blick schweift über das blaue Wasser des Sees. Sie Sonne spiegelt sich in auf der kühlen Oberfläche. Wind verzerrt den Umriss, lässt die Oberfläche unruhig kleine Wellen schlagen. Dort eine Bank, die Oase der Ruhe. Nichts lässt sich ausmachen in der Anbahnung von Dingen, die stören könnten. Frieden.
Man genießt den Ausblick auf die Vollendung des Jahres. Lässt die Geschehnisse nochmal Revue passieren. Sie laufen ab wie ein Film voller Eindrücke. Bilden sich neu, verformen sich, tanzen mit Gedanken den Walzer der Erinnerungen. Höhen und Tiefen dominieren die Reminiszenz. Der Blick schweift über das blaue Wasser des Sees. Sie Sonne spiegelt sich in auf der kühlen Oberfläche. Wind verzerrt den Umriss, lässt die Oberfläche unruhig kleine Wellen schlagen. Dort eine Bank, die Oase der Ruhe. Nichts lässt sich ausmachen in der Anbahnung von Dingen, die stören könnten. Frieden.
Freitag, 18. Juli 2014
Nichts.
Jedes Mal, wenn ich runtergehe und am Empfang vorbeilatsche, sitzt da ein Junge und macht nichts. Er sitzt da rum und spielt mit dem Handy oder schaut aus dem Fenster. Einen Laptop hat er nicht. Einen Mülleimer auch nicht. Kann mir nicht vorstellen, dass das Spaß macht. Hoffentlich überhebt er sich nicht. Kann gefährlich werden, den ganzen Tag nichts anständiges zu tun. Man weiß ja nie, auf was für dumme Gedanken solch Leute kommen. Oh, da fällt einem sicher so einiges ein. Dass das meiste davon nicht gut ist, liegt wohl nahe. Aber mir läge es auch nicht daran, ihn abzulenken. Wohl möglich würde er mich noch auf ein Sitz-mich-ein einladen, sodass wir zusammen nichts tun. Das wäre mir zuviel des guten. Ich mein, ich kann mich über mangelnde Arbeit jetzt nicht beschweren, aber der Aufwand, der mir tagtäglich entgegen weht, ist doch recht übersichtlich. Meist handelt es sich dabei nur um Dinge, die mich selber tangieren und die rein gar nichts mit dem zutun haben, was ich eigentlich machen soll. Aber hey, warum sollte ich fragen, warum ich mehr machen sollte. Ich mein, das könnte ich, ja. Stünde mir sicher gut. So Fragen in den Raum zu werfen, die der Tatsache geschuldet sind, dass ich unterarbeitet bin. Das hielte mich doch nur von den Dingen ab, die mir selber sehr ans Herz wachsen. Und in selbigem gedeihen (wobei der Spross im Hirn entspringt). Ich sehe mich tagtäglich von den schier unscheinbar vielen Möglichkeiten verführt, die mir das weltweite Netz so entgegenwirft. Deswegen tue ich jetzt auch das, was mir am besten liegt. Nichts.
Mittwoch, 18. Juni 2014
Protest.
Rauchig. Lange Beine, Schnee im Sand. Kälte, die man nicht weit über die Baumwipfel sehen kann. Sie kriecht empor, über die Maskerade der Gesellschaft. Entpuppt sich aber später als äußerst facettenreich und beginnt bei Kniehöhe wieder zu sinken. Die Arme sind schlaff. Sie sahen lange keine Anstrengung mehr. Man sollte was tun dafür, dagegen. Nur der Weg ist weit. Und die Kosten zu hoch. Eine Alternative muss her. Im Moment der Arbeitsunlust und auch des Fehlens jener (dessen Zustand sich hoffentlich bald ändert) wünsche ich mir nichts sehnlicher als irgendwie aus diesem Zustand zu entkommen.
Es ist nicht leicht die Präsenz in Worte zu fassen. Manche gehen, manche kommen. Sie trinkt ein Glas O-Saft und entschwindet. Alles aufgenommen auf Zelluloid-Band. Jedoch wird das Ziel nicht hinterfragt.
Von außen kommen Geräusche herein. Sie krabbeln noch oben wie ein wilder Haufen Hummeln. Jegliches Treiben dort unten lässt sich auf Wunsch zurückfuhren, etwas an der Welt verändern zu wollen. Dabei sind die Interessen ganz unterschiedlich, obgleich sie mehrheitlich auf das Zusammenbringen von monetären Mittel ausgerichtet sind. Man denkt sich so, während man da so langgeht, dass es in den Köpfen ja mit allerhand beschaulichen Gedanken zutun haben muss. Jetzt gönnt sich jemand ein Wasser. Man sieht die Person durch die Jalousien des Fensters. Jedoch entschwindet er sogleich wieder aus dem Sichtfeld.
Die Gedanken schweifen weiter. Sie gelangen an jeden Ort, der einem Zuflucht gewährt, an dem man mal das machen kann, wofür die meiste Zeit einfach keine Zeit vorzufinden ist. Der Rücken schmerzt. Aber nur so, da ist jetzt nichts schlimmes dran. Es ist Zwölf durch. Gleich werden wieder Geldscheine in Lebensmittel umgewandelt. Ich muss aufpassen. Es ist bald zu Ende. Und wenn ich mich nicht in Bewegung setze, dann ist das Ende wirklich unschön. Ich brauche ein Gespräch. Die Person am anderen Ende der Leitung wartet aber nicht. Sie weiß davon noch nichts. Und jetzt denke dir mal, wie viel ein Schriftsteller so am Tag schreibt. Das ist schon eine ganze Menge. Der sitzt doch eh darum, seelenruhig, lässt seine Füsse ins Wasser baumeln und denkt so um dies und das nach. Ich wiederum denke darüber nach, dass es bald zu Ende ist und ich unbedingt was machen muss. Ich muss eine Entscheidung treffen. Die Entscheidung aufzustehen und mich mit dem Unkomfortablen auseinandersetzen. Aber ich will es ja auch. Deswegen bin ich hier. Und deswegen wollten sie mich. Ich kann das immer noch nicht nachvollziehen. Ich frage mich, wo da der Zweck und Sinn liegt. Bin ich nur ein Versuchskaninchen? Nein, sicher hatten sie schon einige vor mir hier. Ich kann nie im Leben der Erste sein.
Es ist später geworden. Die Frau, mit der ich eigentlich gehen wollte, ist nicht hier. Sie ist halt irgendwo. Sicher kommt sie gleich zurück. Ich mag es allein zu sein. Dann kann man immer Sachen machen, die man sonst nicht unbedingt machen würde. Und man wird nicht angesprochen. Interessant, wie dann alle davon ausgehen, man spreche die gleiche Sprache. Was ist denn, wenn dem nicht so ist? Mir ist alles daran gelegen, dass die Zeit schnell vorbeigeht. Obwohl, eigentlich sollte ich mich ja ob der neuen Zeit freuen, die mir gegeben wurde. Die Möglichkeiten, die ich habe. Das ist schon etwas besonderes.
Witzig, wenn Leuten anfangen zu rennen. Man könnte meinen, etwas stach sie in den Schuh. Ob ich nachfragen soll, was denn so wichtig sei? Ich denke, die daraufhin einsetzende Erläuterungsphase können wir uns alle sparen. Es lohnt sich schlicht nicht. Und jetzt stehen sie wieder alle draußen und inhalieren Teer und Nikotin. Abscheulich. Zum Glück brauche ich mir das Schauspiel nur aus gewisser Entfernung ansehen. Es wäre ja wohl auch zu schön gewesen, wenn ich direkt daneben stünde. Dann hätte ich einen Grund mich zu entfernen. Ich verzichtete dann auf deren Gesellschaft. Ja, die haben sie ja schon dank der weißen Stängel.
Der O-Saft schaut mich an. Er steht da ganz sachte auf dem Tisch neben dem Laptop. Knapp halb leer. Daneben eine leere Tasse. Ein Löffel lugt heraus. Wie oft er wohl schon zwischen Zeige- und Ringfinger balanciert wurde? Eine Erläuterung spare ich mir auch hier. Nebenbei, die Frau kam gerade wieder.
Jetzt abwarten, was passiert.
Es ist nicht leicht die Präsenz in Worte zu fassen. Manche gehen, manche kommen. Sie trinkt ein Glas O-Saft und entschwindet. Alles aufgenommen auf Zelluloid-Band. Jedoch wird das Ziel nicht hinterfragt.
Von außen kommen Geräusche herein. Sie krabbeln noch oben wie ein wilder Haufen Hummeln. Jegliches Treiben dort unten lässt sich auf Wunsch zurückfuhren, etwas an der Welt verändern zu wollen. Dabei sind die Interessen ganz unterschiedlich, obgleich sie mehrheitlich auf das Zusammenbringen von monetären Mittel ausgerichtet sind. Man denkt sich so, während man da so langgeht, dass es in den Köpfen ja mit allerhand beschaulichen Gedanken zutun haben muss. Jetzt gönnt sich jemand ein Wasser. Man sieht die Person durch die Jalousien des Fensters. Jedoch entschwindet er sogleich wieder aus dem Sichtfeld.
Die Gedanken schweifen weiter. Sie gelangen an jeden Ort, der einem Zuflucht gewährt, an dem man mal das machen kann, wofür die meiste Zeit einfach keine Zeit vorzufinden ist. Der Rücken schmerzt. Aber nur so, da ist jetzt nichts schlimmes dran. Es ist Zwölf durch. Gleich werden wieder Geldscheine in Lebensmittel umgewandelt. Ich muss aufpassen. Es ist bald zu Ende. Und wenn ich mich nicht in Bewegung setze, dann ist das Ende wirklich unschön. Ich brauche ein Gespräch. Die Person am anderen Ende der Leitung wartet aber nicht. Sie weiß davon noch nichts. Und jetzt denke dir mal, wie viel ein Schriftsteller so am Tag schreibt. Das ist schon eine ganze Menge. Der sitzt doch eh darum, seelenruhig, lässt seine Füsse ins Wasser baumeln und denkt so um dies und das nach. Ich wiederum denke darüber nach, dass es bald zu Ende ist und ich unbedingt was machen muss. Ich muss eine Entscheidung treffen. Die Entscheidung aufzustehen und mich mit dem Unkomfortablen auseinandersetzen. Aber ich will es ja auch. Deswegen bin ich hier. Und deswegen wollten sie mich. Ich kann das immer noch nicht nachvollziehen. Ich frage mich, wo da der Zweck und Sinn liegt. Bin ich nur ein Versuchskaninchen? Nein, sicher hatten sie schon einige vor mir hier. Ich kann nie im Leben der Erste sein.
Es ist später geworden. Die Frau, mit der ich eigentlich gehen wollte, ist nicht hier. Sie ist halt irgendwo. Sicher kommt sie gleich zurück. Ich mag es allein zu sein. Dann kann man immer Sachen machen, die man sonst nicht unbedingt machen würde. Und man wird nicht angesprochen. Interessant, wie dann alle davon ausgehen, man spreche die gleiche Sprache. Was ist denn, wenn dem nicht so ist? Mir ist alles daran gelegen, dass die Zeit schnell vorbeigeht. Obwohl, eigentlich sollte ich mich ja ob der neuen Zeit freuen, die mir gegeben wurde. Die Möglichkeiten, die ich habe. Das ist schon etwas besonderes.
Witzig, wenn Leuten anfangen zu rennen. Man könnte meinen, etwas stach sie in den Schuh. Ob ich nachfragen soll, was denn so wichtig sei? Ich denke, die daraufhin einsetzende Erläuterungsphase können wir uns alle sparen. Es lohnt sich schlicht nicht. Und jetzt stehen sie wieder alle draußen und inhalieren Teer und Nikotin. Abscheulich. Zum Glück brauche ich mir das Schauspiel nur aus gewisser Entfernung ansehen. Es wäre ja wohl auch zu schön gewesen, wenn ich direkt daneben stünde. Dann hätte ich einen Grund mich zu entfernen. Ich verzichtete dann auf deren Gesellschaft. Ja, die haben sie ja schon dank der weißen Stängel.
Der O-Saft schaut mich an. Er steht da ganz sachte auf dem Tisch neben dem Laptop. Knapp halb leer. Daneben eine leere Tasse. Ein Löffel lugt heraus. Wie oft er wohl schon zwischen Zeige- und Ringfinger balanciert wurde? Eine Erläuterung spare ich mir auch hier. Nebenbei, die Frau kam gerade wieder.
Jetzt abwarten, was passiert.
Donnerstag, 4. April 2013
Anderweitig.
Wie die Zeit vergeht. Der letzte Post war im November. Bis heut hatte ich wohl viel zutun, nehme ich mal an. Nur was so? Das kann ich mir mit Blick auf die letzten Monate auch nicht erschließen.
Da waren Ferien und Klausuren und Wochenenden und lernfreie Abende, und doch vernahm ich kein Interesse den Blog mit Wörtern zu füllen.
Nun wollte ich wieder ein Lebenszeichen setzen, damit mir die Robots und Crawler nicht vollends abspringen. Sind sie wohl schon. Trotzdem kann ich über mehr als 1000 Seitenaufrufe staunen. Danke, ihr... nunja, wer auch immer sich hierher verirrt.
Tatsache ist, dass ich jetzt wieder was schönes schreiben muss. Und dass ich meine TLD abzuschalten gedenke. Die kostet sowieso nur sinnlos Geld, bestimmt 12€ im Jahr. Und Postfächer habe ich eh genug.
Nun denn, ich überlege mir jetzt was Neues und schreibe das dann hierein. Wo auch sonst. Nur, ja jetzt kommt wieder die obligatorische Einschränkung, wann das ist, das kann ich nicht sagen. Ich sage nur, ich lebe noch. Und das ist fast alles, was hin und wieder zählt. Sodann springe ich mal weg vom Schreibtisch und genehmige mir einen Schluck aus der Wasserflasch.
Da waren Ferien und Klausuren und Wochenenden und lernfreie Abende, und doch vernahm ich kein Interesse den Blog mit Wörtern zu füllen.
Nun wollte ich wieder ein Lebenszeichen setzen, damit mir die Robots und Crawler nicht vollends abspringen. Sind sie wohl schon. Trotzdem kann ich über mehr als 1000 Seitenaufrufe staunen. Danke, ihr... nunja, wer auch immer sich hierher verirrt.
Tatsache ist, dass ich jetzt wieder was schönes schreiben muss. Und dass ich meine TLD abzuschalten gedenke. Die kostet sowieso nur sinnlos Geld, bestimmt 12€ im Jahr. Und Postfächer habe ich eh genug.
Nun denn, ich überlege mir jetzt was Neues und schreibe das dann hierein. Wo auch sonst. Nur, ja jetzt kommt wieder die obligatorische Einschränkung, wann das ist, das kann ich nicht sagen. Ich sage nur, ich lebe noch. Und das ist fast alles, was hin und wieder zählt. Sodann springe ich mal weg vom Schreibtisch und genehmige mir einen Schluck aus der Wasserflasch.
Montag, 12. November 2012
Für dich, du Lumia 920, du.
Hier eine kleine Prosa, die ich für ein Gewinnspiel geschrieben habe, warum ich das Lumia 920 so toll finde. Wegschmeißen wollte ich sie aber nicht. Deswegen poste ich sie hierein. Wer will, kann lesen. Wer nicht will, der auch. Ha!
"Durch die ständige Weiterentwicklung und den technischen
Fortschritt der mobilen Endgeräte sind Smartphones als mobile Helfer heute nicht mehr aus unserem
Alltag wegzudenken. Sie helfen uns in die richtige Bahn zu steigen, informieren uns selbstständig,
ob ein Flug Verspätung hat oder es auf unserer Strecke einen Stau gibt. Sie verzaubern uns mit
ihrer Vielseitigkeit, sind das Sprachrohr zu jedem Glied am Horizont unserer sozialen Hemisphäre und
ersetzen nicht nur unsere antiken Heimcomputer, sondern auch die Raucherpause. Genau genommen sind sie eine Personifizierung unserer selbst
und werden von einem grauen Massenprodukt zu einem Accessoire, das das Wesen
des Nutzers durch Launcher, Apps, Hintergründe, Music und Bilder widerspiegelt. Doch ist die treibende Kraft hinter den Smartphones meist
eher der Softwarehersteller, dessen Weiterentwicklung des Systems und der
zugehörigen App-Supermärkte um die Gunst der Gerätehersteller und Nutzer buhlt.
Da Geräte-Hersteller meist für mehrere OS-Hersteller produzieren und sich die
Smartphone-Eigenschaften und Features recht ähneln, sucht man sich meist vorher
aus, welchem OS-Unternehmen man seine Daten anvertraut. Anhänger und Sympathisanten der OS-Systeme haben sich
freiwillig den Regelungen des Erschaffers unterzuordnen und so manche
Preissteigerung oder Sammlung an Privatinformationen über verfügbare WLAN-Netze
wird zähneknirschend hingenommen. Gleichwohl kann eine Diskussion auch zu einem starken
Interessenkonflikt ausarten, bei dem sich eine Meinungsverschiedenheit zwischen
den einzelnen "Glaubensgruppen" bis zu einem Disput entwickelt, der
für einige schon blasphemische Züge aufweist. Ist es nicht die Software, so steht auch die Hardware, das
Gerät selber im Mittelpunkt der hitzigen Debatten.
Doch seit ein gewisser Hersteller vor einigen Jahren die
Smartphone-Ära für den Massenmarkt eingeläutet hat, sind in letzter Zeit keine
allzu großen Schritte mehr vernommen wurden. Es wurde zwar mit Technik geklotzt,
jedoch bezog sich dies meist auf bessere, größere und schärfere Displays, einem schnelleren Prozessor, einer
höher auflösenden Kamera, irgendwelchen Fehlversuchen in 3D-Welt vorzudringen oder der aparte Versuch, das Smartphone per NFC
zu einer Geldbörse umzufunktionieren. Folglich blieben viele Entwicklungen auf der Strecke oder
wurden einfach unausgereift auf den Markt geworfen (Beamer-Handy). Tatsache ist, dass vieles, was uns die Hersteller für
wichtig verkaufen wollen, nicht wirklich bemerkenswert ist.
Doch manchmal wagen Hersteller auch Schritte (zum Teil auch
aus Not), um sich dennoch von der Masse absetzen zu können. Und dieser Schritt von einem Unternehmen, das seit vielen
Jahren an der Spitze der Handyhersteller verweilte, sich zugegebenermaßen aber
nicht sonderlich versatil und mitarbeiterfreundlich zeigte und sich nun
aufgrund sinkender Nachfrage auf die oberen Plätze zurück zu kämpfen versucht, diesem Unternehmen zolle ich meinen Respekt. Denn die
Lösung, die sie sich einfallen ließen, sich mit besonderen Eigenschaften von den
Konkurrenten abzusetzen, ist bei keinem Hersteller in letzter Zeit mehr so sehr
aufgefallen wie bei unserem finnischen „Fast“-Nachbarn.
Das Device, das das Ruder gleichermaßen rumreißen soll,
wartet wirklich mit so interessanten Features auf, dass andere Hersteller
zukünftig wieder vermehrt Einfallsreichtum zeigen dürfen.
Außergewöhnlichkeit verkörpert das 920 durch die
Aufladetechnik der Induktionsladung sowie einem Display, welches auch mit Handschuhen
oder dem bloßen Fingernagel bedienbar ist. Abzugrenzen versucht sich es sich auch mit einer
Farbenpracht, mit der es rebellisch aus dem eher tristen Schwarz-Silber-Grau-Weiß
der anderen Smartphones heraussticht. Der kontinuierlichen Entwicklung zu verdanken ist das
Smartphone auch mit allerneuester Technik ausgestattet, die mit einer der
besten Kameras (ohne PureView) auf dem Markt aufwartet sowie Gorilla Glas
bietet und sogar das noch spärliche, aber auf allen Frequenzen verfügbare LTE
unterstützt. Auch haben Hard- und Softwarepartner dieses Mal so eng
zusammengearbeitet, sodass man im Prinzip schon von einer perfekten Abstimmung
von Hard- und Software sprechen kann. Die schon oben kurz genannte Produktivität ist in unserer
heutigen Zeit natürlich auch von Bedeutung, da auch Firmenkunden angesprochen werden
sollen. Diese werden aber mit dem Office-Paket mehr als zufriedengestellt, das
der Softwarehersteller von Anfang an auf dem Gerät zur Verfügung stellt. Nun
können sie alle Firmendokumente und -Präsentationen auf dem Weg zum Meeting im
Taxi oder Bus anschauen oder noch kleine Änderungen vornehmen, die sofort mit
der Cloud synchronisiert oder auf dem Unternehmensserver gespeichert werden
(der Exchange mit Outlook ist vortrefflich).
Nur was ist jetzt der Grund, weshalb mich das Gerät so
fasziniert und ich großes Interesse daran habe? Das Betriebssystem ist in diesem Maße ausgereift, als dass
es nun alles bietet, was konkurrierende Geräte auch bieten, somit haben
letztere keine Alleinstellungsmerkmale mehr. App-seitig lässt sich zwar die
Quantität bemängeln, qualitativ hat sich aber einiges getan, was durchaus einen
Umstieg in Betracht ziehen lässt.
Durch die optimale Anpassung von Hard- und Software ist die
User Experience auf einem derart hohen Niveau, bei dem selbst der Herbst die
Äpfel von ihren hohen Ästen schüttelt.
Was ich jedoch noch hilfreicher empfinde, ist die
vollwertige Office-Suite, die nun von ihrem Schöpfer höchstpersönlich auf ihren
mobilen Außeneinsatz zurechtgeschnitten wurde und so eine perfekte Basis
bietet, mit der sich Vorlesungen und Skripte mit Notizen füllen lassen oder
Tabellen im Controlling bearbeitet werden können.
Kurzum: das Gesamtpaket ist hier dermaßen durchdacht, dass
es für mich im Moment kein besser ausgestattetes, innovativeres oder
ansehnlicheres Smartphone gibt."
Kritik erwünscht.
Freitag, 31. August 2012
Inventar.
Es sind nu' Semesterferien, daher jetzt endlich wieder ein neuer Post. Muss vorangehen hier. Liegt schon überall Staub rum, der muss weg. Frühjahrsputz und so. Nicht ganz, eher Spätsommerputz. Also gut:
- Unglaublich, wie das heute alles so passiert, so ganz einfach, denkt die Oma. Sie sitzt strickend im Schaukelstuhl und sinniert über Bockwürste und Frikadellen. Und Kartoffelpüree. Da, schau her, sagt sie und zeigt der Katze ihr frisch gestricktes Werk. Die macht große Augen und schau erst das Etwas an, das die Oma in ihren Händen hält und dann zurück zum Fenster. Die Oma gluckst, scheinbar interessieren sich Katzen also nicht für selbstgemachte Kunst. Sie zwirbelt weiter mit den beiden Stäben in der Wolle rum und summt Break'n A Sweat von Skrillex. Scheinbar, so denkt sie weiter, haben Katzen ihre eigenen Interessen, denen sie mehr Aufmerksamkeit schenken als die Strickereien einer alten Oma. Sie verpasst was, eindeutig, meint die Oma zu sich selbst und wackelt mit ihren Ohren. Dabei gäbe es doch draußen garnichts zu sehen. Oder doch? Die Oma wird neugierig und beugt sich vor. Die Augen hinter der Hornbrille funkeln, ihre Kette baumelt lässig um ihren Hals und ihre Hochsteckfrisur spiegelt sich in der Glasvitrine. Sie hält den Kopf schräg und erkennt verschwommen ihr Gesicht im Fenster. Draußen indes ist nichts. Die Katze müsse sich irren, da ist wirklich nichts. Da gibt es nichts zum anschauen. Aber die Katze dreht ihren Kopf in unregelmäßigen Abständen von der einen zur anderen Seite. Die Oma schaut vom Fenster weg und beugt ihren Kopf runter zur Katze. Die liegt da ganz entspannt und tut so, als würde sie vor einer riesigen Kinoleinwand hocken. Die Oma kratzt sich mit ihrem Scratch-Finger am Kinn. Sowas, denkt sie, sowas sei wirklich erstaunlich. Recht verblüfft schau sie noch einmal aus dem Fenster. Und da entdeckt sie etwas. Ganz hinten, neben den Radischen und den Weg-Werf-Tomaten, da liegt tatsächlich etwas auf dem Boden. Richtig erkennen kann sie es nicht, aber es ist scheinbar größer als eine Ameise. Es ist sogar noch viel größer. Es ist... ja was ist es denn?
Die Oma drückt ihre Nase an die Scheibe. Es sieht aus wie ein zu klein geratener Waschbär, dessen Hinterteil in einer Tuba feststeckt. Ja genau, so sieht das ganze aus. Ziemlich kurios. Aber es ist halt unglaublich, was heut so alles passiert. Und diese Sache findet die Katze jetzt so spannend? Die Oma grübelt. Wäre sie jetzt eine Katze, würde sie auch versuchen, das Strícken anzufangen und nicht den ganzen Tag auf Waschbären in Tubas zu starren. Nur um sicherzustellen, falls das mit dem Mäusefangen nämlich nicht klappen sollte. An und für sich, findet die Oma, ist ja Mäusefangen auch keine Erfüllung. Und nebenbei noch eine ziemlich einseitige Ernährung. Stell dir nur mal vor, meint die Oma zu der Katze, was man mit Strickbarem alles machen kann. Man kann damit - die Oma legt ihre Stirn in Falten - so Anziehsachen basteln. Oder Nasenwärmer. Oder Überzieher für Wärmflaschen. Der Oma fallen gerade mannigfaltige Dinge ein, aber alle aufzählen mag sie jetzt doch nicht. Sie schaut wieder belustigt auf die Katze. Du führst schon ein drolliges Leben. Die Oma gluckst wieder und schaut amüsiert auf ihre Stricknadeln. Die sind sehr lang und dünn. Gewiss würden sie jemandem Schaden zufügen, wenn sie in die falschen Hände gerieten.
Aber neben der Katze und ihr ist ja weiter keiner da. Und die Katze, so viel steht fest, würde sich weniger um Werkzeuge wie diese scheren, da alles, was mit Arbeit zutun hat, ihr eh nicht liegt. Noch dazu wisse sie auch gar nicht, was man damit machen kann. Geschweige denn, was stricken ist. Die Oma schaut wieder auf die Katze. So ein einseitiges Leben würde sie auch mal führen wollen. Nur so für einen Tag. Die Oma zupft an ihrem Rock. Katzen wollen es ja so. Sie haben ja alle Freiheiten der Welt. Die Oma zupft am Saum. Aber sie haben es sich ausgesucht, ein Leben in Entspannung zu bevorzugen. Der Saum franzt leicht aus.
Die Oma stutzt. Sie hält ihren Kopf wieder schräg und schaut auf das Garn in ihrer Hand. Das ist sehr dünn. Der Katze fehlen auch motorische Fähigkeiten, denkt sie. Will soll sie auch mit einer Tatze eine Stricknadel halten? Das ist doch garnicht möglich, denkt die Oma und schaut belustigt die Katze an.
Diese dreht ihren Kopf zur Oma und blickt sie bedeutungslos an. Die Oma grinst. Ohne mich würdest du gar nicht so gut leben, wie du es jetzt machst, oder? Die Katze entscheidet sich, die Oma nicht verstanden zu haben und schaut wieder aus dem Fenster. Der Waschbär in der Tuba denkt sich gerade, wie doof er aussehen muss. Die Oma zuckt mit den Schultern und krault die Katze hinter den Ohren. Nachher gibt es dein Lieblingsgericht, weißt du? Die Katze reagiert nicht und schaut weiter auf den Waschbär. Lecker Fisch! Keine Reaktion. Mit diesen kleinen Weizenkissen! Der Katze scheint dieses Angebot egal zu sein. Sie wisse eh, dass es immer ihr Lieblingsgericht gibt. Die Oma tut, es würde sie der Katze zustimmen. Sie nickt leicht, als würde sie etwas zur Kenntnis nehmen, erhebt sich langsam und schlüpft in ihre Puschen. Sie wickelt die Stricknadeln ein, legt das Garn zur Seite und schlurft Richtung Küche. Dort angekommen, öffnet sie den Kühlschrank, entnimmt Katzenmilch und Fisch aus dem oberen Regal und stellt beides auf den Tisch. Dann bückt sie sich langsam, hebt die Schale der Katze auf, stellt diese neben die Milch und öffnet letztere. Den Inhalt gießt sie in die Schale, nimmt daraufhin einen Löffel aus dem Schubfach und öffnet die Fischpackung. Den Fisch legt sie auch in die Schale. Dann merkt sie, wie etwas ihr Bein streicht. Die Katze ist da. Sie riecht wohl den Fisch. Die Oma blickt zufrieden auf die Katze. Diese sitzt nun vor ihr und schaut sie erwartend an. Dann nimmt die Oma die Schale von der Anrichte, stellt sie behutsam vor der Katze ab und schaut ihr gespannt zu. Der Katze scheint es zu schmecken. Die Oma schlurft zurück und setzt sich auf das Sofa. Dann legt sie sich langsam hin und schläft ein. Ihre Puschen fallen zu Boden.
Die Katze ist fertig mit essen, streckt sich und geht durch die Küchentür nach draußen. Sie springt über eine Blumenvase auf den Rasen und schlendert zum Waschbär in der Tuba. Dieser bemerkt die Katze und weiß nicht, wie er reagieren soll. Die Katze bleibt vor ihm stehen, schaut ihn an und dreht den Kopf hin und her. Der Waschbär beobachtet sie. Er weiß einfach nicht, was er machen soll.
Plötzlich ertönt ein Schrei. Jemand schreit. Jemand kommt angelaufen. Die Katze ist verschreckt. Da ist meine Tuba! Die Katze versteht, dieser Jemand ist ein Musiker. Der vergaß wohl seine Tuba. Tatsache. Der Musiker kommt an, sieht die Tuba und freut sich. Der Waschbär ist noch verwirrter. Eine Katze und ein Musiker, wie soll das nur weitergehen. Der Musiker bückt sich runter, fasst die Tuba am Griff und hebt sie hoch. Dem Waschbären wird schlecht. Na, wie kommst du denn darein, fragt der Musiker den Waschbären. Bin gefallen, antwortet der Waschbär. Achso. Der Musiker überlegt, bläßt in das Mundstück und der Waschbär wird herausgeschleudert. Er prallt auf dem Boden auf und reibt sich sein Hinterteil. Die Katze feiert. Danke, sagt der Musiker und versinkt im Boden. Der Waschbär geht weg. Die Katze auch.
Dann wacht der Opa auf, schlüpft in seine Puschen und streichelt seinen Hund, der auch in seinem Korb geschlafen hat. Ich macht dir jetzt erstmal eine Mahlzeit!
- Unglaublich, wie das heute alles so passiert, so ganz einfach, denkt die Oma. Sie sitzt strickend im Schaukelstuhl und sinniert über Bockwürste und Frikadellen. Und Kartoffelpüree. Da, schau her, sagt sie und zeigt der Katze ihr frisch gestricktes Werk. Die macht große Augen und schau erst das Etwas an, das die Oma in ihren Händen hält und dann zurück zum Fenster. Die Oma gluckst, scheinbar interessieren sich Katzen also nicht für selbstgemachte Kunst. Sie zwirbelt weiter mit den beiden Stäben in der Wolle rum und summt Break'n A Sweat von Skrillex. Scheinbar, so denkt sie weiter, haben Katzen ihre eigenen Interessen, denen sie mehr Aufmerksamkeit schenken als die Strickereien einer alten Oma. Sie verpasst was, eindeutig, meint die Oma zu sich selbst und wackelt mit ihren Ohren. Dabei gäbe es doch draußen garnichts zu sehen. Oder doch? Die Oma wird neugierig und beugt sich vor. Die Augen hinter der Hornbrille funkeln, ihre Kette baumelt lässig um ihren Hals und ihre Hochsteckfrisur spiegelt sich in der Glasvitrine. Sie hält den Kopf schräg und erkennt verschwommen ihr Gesicht im Fenster. Draußen indes ist nichts. Die Katze müsse sich irren, da ist wirklich nichts. Da gibt es nichts zum anschauen. Aber die Katze dreht ihren Kopf in unregelmäßigen Abständen von der einen zur anderen Seite. Die Oma schaut vom Fenster weg und beugt ihren Kopf runter zur Katze. Die liegt da ganz entspannt und tut so, als würde sie vor einer riesigen Kinoleinwand hocken. Die Oma kratzt sich mit ihrem Scratch-Finger am Kinn. Sowas, denkt sie, sowas sei wirklich erstaunlich. Recht verblüfft schau sie noch einmal aus dem Fenster. Und da entdeckt sie etwas. Ganz hinten, neben den Radischen und den Weg-Werf-Tomaten, da liegt tatsächlich etwas auf dem Boden. Richtig erkennen kann sie es nicht, aber es ist scheinbar größer als eine Ameise. Es ist sogar noch viel größer. Es ist... ja was ist es denn?
Die Oma drückt ihre Nase an die Scheibe. Es sieht aus wie ein zu klein geratener Waschbär, dessen Hinterteil in einer Tuba feststeckt. Ja genau, so sieht das ganze aus. Ziemlich kurios. Aber es ist halt unglaublich, was heut so alles passiert. Und diese Sache findet die Katze jetzt so spannend? Die Oma grübelt. Wäre sie jetzt eine Katze, würde sie auch versuchen, das Strícken anzufangen und nicht den ganzen Tag auf Waschbären in Tubas zu starren. Nur um sicherzustellen, falls das mit dem Mäusefangen nämlich nicht klappen sollte. An und für sich, findet die Oma, ist ja Mäusefangen auch keine Erfüllung. Und nebenbei noch eine ziemlich einseitige Ernährung. Stell dir nur mal vor, meint die Oma zu der Katze, was man mit Strickbarem alles machen kann. Man kann damit - die Oma legt ihre Stirn in Falten - so Anziehsachen basteln. Oder Nasenwärmer. Oder Überzieher für Wärmflaschen. Der Oma fallen gerade mannigfaltige Dinge ein, aber alle aufzählen mag sie jetzt doch nicht. Sie schaut wieder belustigt auf die Katze. Du führst schon ein drolliges Leben. Die Oma gluckst wieder und schaut amüsiert auf ihre Stricknadeln. Die sind sehr lang und dünn. Gewiss würden sie jemandem Schaden zufügen, wenn sie in die falschen Hände gerieten.
Aber neben der Katze und ihr ist ja weiter keiner da. Und die Katze, so viel steht fest, würde sich weniger um Werkzeuge wie diese scheren, da alles, was mit Arbeit zutun hat, ihr eh nicht liegt. Noch dazu wisse sie auch gar nicht, was man damit machen kann. Geschweige denn, was stricken ist. Die Oma schaut wieder auf die Katze. So ein einseitiges Leben würde sie auch mal führen wollen. Nur so für einen Tag. Die Oma zupft an ihrem Rock. Katzen wollen es ja so. Sie haben ja alle Freiheiten der Welt. Die Oma zupft am Saum. Aber sie haben es sich ausgesucht, ein Leben in Entspannung zu bevorzugen. Der Saum franzt leicht aus.
Die Oma stutzt. Sie hält ihren Kopf wieder schräg und schaut auf das Garn in ihrer Hand. Das ist sehr dünn. Der Katze fehlen auch motorische Fähigkeiten, denkt sie. Will soll sie auch mit einer Tatze eine Stricknadel halten? Das ist doch garnicht möglich, denkt die Oma und schaut belustigt die Katze an.
Diese dreht ihren Kopf zur Oma und blickt sie bedeutungslos an. Die Oma grinst. Ohne mich würdest du gar nicht so gut leben, wie du es jetzt machst, oder? Die Katze entscheidet sich, die Oma nicht verstanden zu haben und schaut wieder aus dem Fenster. Der Waschbär in der Tuba denkt sich gerade, wie doof er aussehen muss. Die Oma zuckt mit den Schultern und krault die Katze hinter den Ohren. Nachher gibt es dein Lieblingsgericht, weißt du? Die Katze reagiert nicht und schaut weiter auf den Waschbär. Lecker Fisch! Keine Reaktion. Mit diesen kleinen Weizenkissen! Der Katze scheint dieses Angebot egal zu sein. Sie wisse eh, dass es immer ihr Lieblingsgericht gibt. Die Oma tut, es würde sie der Katze zustimmen. Sie nickt leicht, als würde sie etwas zur Kenntnis nehmen, erhebt sich langsam und schlüpft in ihre Puschen. Sie wickelt die Stricknadeln ein, legt das Garn zur Seite und schlurft Richtung Küche. Dort angekommen, öffnet sie den Kühlschrank, entnimmt Katzenmilch und Fisch aus dem oberen Regal und stellt beides auf den Tisch. Dann bückt sie sich langsam, hebt die Schale der Katze auf, stellt diese neben die Milch und öffnet letztere. Den Inhalt gießt sie in die Schale, nimmt daraufhin einen Löffel aus dem Schubfach und öffnet die Fischpackung. Den Fisch legt sie auch in die Schale. Dann merkt sie, wie etwas ihr Bein streicht. Die Katze ist da. Sie riecht wohl den Fisch. Die Oma blickt zufrieden auf die Katze. Diese sitzt nun vor ihr und schaut sie erwartend an. Dann nimmt die Oma die Schale von der Anrichte, stellt sie behutsam vor der Katze ab und schaut ihr gespannt zu. Der Katze scheint es zu schmecken. Die Oma schlurft zurück und setzt sich auf das Sofa. Dann legt sie sich langsam hin und schläft ein. Ihre Puschen fallen zu Boden.
Die Katze ist fertig mit essen, streckt sich und geht durch die Küchentür nach draußen. Sie springt über eine Blumenvase auf den Rasen und schlendert zum Waschbär in der Tuba. Dieser bemerkt die Katze und weiß nicht, wie er reagieren soll. Die Katze bleibt vor ihm stehen, schaut ihn an und dreht den Kopf hin und her. Der Waschbär beobachtet sie. Er weiß einfach nicht, was er machen soll.
Plötzlich ertönt ein Schrei. Jemand schreit. Jemand kommt angelaufen. Die Katze ist verschreckt. Da ist meine Tuba! Die Katze versteht, dieser Jemand ist ein Musiker. Der vergaß wohl seine Tuba. Tatsache. Der Musiker kommt an, sieht die Tuba und freut sich. Der Waschbär ist noch verwirrter. Eine Katze und ein Musiker, wie soll das nur weitergehen. Der Musiker bückt sich runter, fasst die Tuba am Griff und hebt sie hoch. Dem Waschbären wird schlecht. Na, wie kommst du denn darein, fragt der Musiker den Waschbären. Bin gefallen, antwortet der Waschbär. Achso. Der Musiker überlegt, bläßt in das Mundstück und der Waschbär wird herausgeschleudert. Er prallt auf dem Boden auf und reibt sich sein Hinterteil. Die Katze feiert. Danke, sagt der Musiker und versinkt im Boden. Der Waschbär geht weg. Die Katze auch.
Dann wacht der Opa auf, schlüpft in seine Puschen und streichelt seinen Hund, der auch in seinem Korb geschlafen hat. Ich macht dir jetzt erstmal eine Mahlzeit!
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